Baby Tipps - oder auch "Überleben mit Neugeborenem"

von www.katedamate.de

 

Folgende Tipps waren für mich in den ersten Wochen Gold wert, denn sind wir ehrlich – die ersten Wochen mit einem Neugeborenen sind anstrengend; der Schlafentzug ist schlimmer als vorgestellt, das schreiende Kind unglaublich kräftezehrend, der Haushalt... den soll gefälligst wer anders machen!

Diese Tipps resultieren aus meinen eigene Erfahrungen als Mutter, ich bin keine Medizinerin. Meine Tochter ist 2014 geboren und hat 20 Monate lang nicht durchgeschlafen, sie hat bis heute den Nachtschreck, allerdings nicht mehr jede Nacht. Ich habe sie gestillt, bis sie 2 Jahre alt war und wir haben zum Entsetzen einiger Mitmenschen breifrei (Baby Led Weaning) praktiziert. Ich freue mich immer, meine Erfahrungen weitergeben zu können, da ich selbst ebenfalls sehr viel aus den Erfahrungen anderer Mütter für mich ziehen konnte.

Vielleicht hilft euch ja der ein oder andere Punkt weiter.

 

 


Wunder Po

→ Windelbereich mit schwarzem Tee säubern und Multilind-Salbe (Apotheke)

Handelsübliche Feuchttücher reizen wunde Popos oft zu sehr. Nimm eine Schüssel, lege 2-3 Beutel schwarzem Tee hinein, gieße es mit heißem Wasser auf und wenn das Wasser etwas abgekühlt ist, kann man damit den Po gut saubermachen. Oft habe ich das Teewasser für einen kompletten Tag benutzt. Ich habe als Lappen entweder große Wattepads oder Einmal-Waschlappen (beides aus der Drogerie) benutzt.

Die Multilind-Salbe habe ich immer nur kurzzeitig verwendet, wenn es besonders schlimm war, da das enthaltene Zink die Haut auf Dauer austrocknen kann.

Außerdem kann man Heilwolle (in Drogerien und Apotheken erhältlich) in die Windel legen.

 

Erster Schnupfen

Dies war ein toller Tipp meiner noch tollere Hebamme: Engelwurzbalsam von der „Bahnhof Apotheke“ (das ist eine Marke, viele Apotheken können die Produkte bestellen) dünn auf die Außenseite der Nasenflügel schmieren, das ist ab Geburt möglich. Ich habe das dann sogar bei mir selbst benutzt.

Außerdem kann man bei argen Luftproblemen nachts einen Aktenordner unter die Matratze legen, so liegt das Baby leicht erhöht und kann besser atmen (würde ich aber nur machen, wenn es sehr schlimm ist).

Außerdem: regelmäßig lüften und im Winter eine Schüssel Wasser oder nasse Handtücher auf die Heizung legen.

Auf ausreichend Flüssigkeit achten. Babys, die vollgestillt werden, brauchen ausdrücklich kein extra Wasser oder Tee (es sei denn, der Arzt verordnet das), man sollte nur darauf achten mindestens alle 2 Stunden anzulegen, damit das Kind genug trinkt.

 

Baby beißt beim Stillen

Manche Babys beißen, wenn sie die ersten Zähne bekommen.

Falls das Baby künstliche Sauger (Schnuller oder Flasche) kennt, kann es zu einer Saugverwirrung kommen, welche sich ebenfalls im Beißen äußern kann.

Ohne Schnuller wäre zwar ideal, aber ich selbst habe mich auch für den Schnuller entschieden und dafür aber auch die Konsequenzen getragen, nämlich meiner Tochter das Beißen wieder abgewöhnt.

Wenn das Baby beim Stillen beißt, bitte immer sofort abdocken. Falls es sich festgebissen hat, nicht direkt von sich schieben, das kann sonst sehr schmerzhaft sein, sondern im Gegenteil ganz nah ran, dadurch lässt das Kind los (selbst erprobt).

Man kann dem Baby auch dazu sagen, dass man das nicht mag, weil es weh tut. Wichtig ist aber vor allem immer sofort abzudocken, damit das Baby das Beißen immer mit einem Still-Stopp verbindet und somit die Lust daran verliert.

 

Wunde Brustwarzen

Deine Nr. 1 ist immer Brustwarzensalbe! Außerdem kann man sich auch Heilwolle in den BH legen.

Wenn das nicht hilft, würde ich immer zuerst die Hebamme ansprechen.

Als meine Tochter 10 Monate alt war, hatte ich einmal einen tiefen Riss in der Brustwarze (durch einen Biss), der nicht geheilt ist. Durch das Stillen ist er immer wieder aufgegangen.

Ich ließ ihn dann in der Elternschule unseres Krankenhauses von einer Hebamme lasern. Nach dem ersten Mal war es schon viel besser, nach dem zweiten Mal so gut wie weg.

 

Tragetuch & Co.

Die Lebensrettung! Dank Tragetuch hatte ich die Möglichkeit, mein Baby zu beruhigen und gleichzeitig den Haushalt zu machen. Meine Tochter ist z.B. immer beim Staubsaugen eingeschlafen.

Leider kam ich erst vier Monate nach der Geburt meiner Tochter in den Genuss einer Trageberatung. Hätte ich das mal früher gemacht... das hätte mir den ein oder anderen Fehlkauf (Babybjörn, Billig-Tragetuch aus einfacher Webware) erspart.

Wenn ihr eine Trageberatung sucht, googelt einfach „Trageberatung [deine Stadt]“ und achtet darauf, dass sie zertifiziert ist.

Natürlich gibt es auch noch Tragegruppen auf Facebook, Bindeanleitungen auf YouTube, usw.

Da viele mich immer wieder fragen, welche Marken empfehlenswert sind, hier nur mal ein paar Namen in den Raum geworfen: Hoppediz, Didymos, Fidella, Girasol. Was alle gemeinsam haben ist die sogenannte Kreuzköperwebung, die sorgt dafür, dass dein Baby und dein Rücken ordentlich gestützt werden können.

Wenn ihr eine Tragehilfe bevorzugt, bin ich großer Fan der Marke „Fräulein Hübsch“, wobei ich hier wieder zur Trageberatung tendiere, es ist einfach so individuell, wer sich mit welcher Trageweise wohl fühlt.

 

Bauchweh

Was oft Wunder wirkt und auch toll vom Papa oder Verwandten, die gerne helfen wollen, durchgeführt werden kann ist der „Fliegergriff“;

Dabei winkelst deine einen Arm im 90 Grad Winkel an, die flache Hand zeigt nach oben. Das Baby liegt auf deinem Arm mit dem Gesicht Richtung Ellbogen, der Schritt des Baby liegt auf deiner flachen Hand und der Popo zeigt nach oben.

Wenn du in dieser Haltung das Baby vorsichtig hin und her schaukelst, beruhigt es sich meistens innerhalb weniger Minuten.

Ebenfalls immer hilfreich ist Wärme; im Tragetuch durch die zwischen euren Körpern entstehende Wärme.

Oder man kann auch vorsichtig und mit ausreichend Abstand mit dem Fön auf Babys Bauch pusten, das Geräusch des Föns beruhigt oft zusätzlich.

Da Babys für Wärmflaschen noch zu klein sind, gibt es in Drogerien z.B. kleine Traubenkernkissen, die den selben Effekt haben – aber Vorsicht, diese kokeln in der Mikrowelle extrem schnell an (ebenfalls schon selbst getestet und dabei furchtbar erschrocken).

 

Sonstige Tipps zum Beruhigen

Dein Baby weint und du weißt nicht warum? Das letzte Stillen ist weniger als zwei Stunden her, der Po ist sauber, geschlafen hat es auch erst... dann braucht es vielleicht einfach ein bißchen Nähe und Zuwendung. Ist ja schließlich echt viel, was man als kleines Baby so alles zu verarbeiten hat.

Viele Babys mögen aber nicht das klassische bekuschelt werden wie wir es kennen. Sie haben es lieber in Bewegung (wahrscheinlich, weil sie das noch aus Mamas Bauch kennen). Das Tragetuch habe ich jetzt ja oft genug erwähnt...

 

Ein Tipp meines Mannes; ein Pezzi-Ball. Wenn ich mal eine Stunde außer Haus war und das Baby nicht zu beruhigen war, oder er mir abends etwas Ruhe gönnen wollte, hat er sich mit ihr auf den großen Ball gesetzt und ist einfach stundenlang langsam mit ihr gewippt.